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Branchen-News Meldung:

21. März 2019

Tetenal startet neu

Ein Team von Mitarbeitern der insolventen Tetenal Europe GmbH hat im Zuge eines Management-Buy-Outs (MBO) wesentliche materielle und immaterielle Vermögensgegenstände des Unternehmens übernommen. Das gab der Insolvenzverwalter, White & Case Partner Dr. Sven-Holger Undritz , in einer Pressemitteilung bekannt. Die neue Gesellschaft soll  – vorbehaltlich der Genehmigung durch das unternehmensregisterführende Gericht – „Tetenal 1847 GmbH“ heißen und unter Führung des MBO‐Teams (Stefania Grimme, Carsten Gehring, Burkhardt Müller und Norbert Köster-Beestermöller) am 1. April 2019 den Geschäftsbetrieb am bekannten Standort in Norderstedt aufnehmen.


„Wir haben uns für diese Firmierung als Markenkern entschieden, welche die Bewahrung der einzigartigen Photochemie-Formelsammlung aus 172 Jahren und der Verantwortung für die Zukunft beinhaltet“, kommentierte Carsten Gehring, der mit Norbert Köster-Beestermöller den Vertrieb leiten wird.

Mitverkauft wurden die ehemaligen Tochterunternehmen in England, Frankreich, Polen sowie die deutsche Silverbird24 GmbH. Diese Gesellschaften waren von der Insolvenz in Deutschland nicht betroffen und werden auch in Zukunft die weiterhin ausschließlich in Deutschland produzierten Produkte von Tetenal in ihren Märkten vertreiben.

Tetenal hatte im September 2018 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Nachdem sich das Vorhaben der Sanierung unter Insolvenzschutz als nicht durchführbar erwiesen hatte, wurde im Januar 2019 das reguläre Insolvenzverfahren über die Tetenal Europe GmbH eröffnet und White & Case Partner Dr. Sven-Holger Undritz zum Insolvenzverwalter bestellt. Eer leitete am 29. Januar 2019 die geordnete Abwicklung mit Ausproduktion der bestehenden Aufträge ein, da der bereits vorinsolvenzlich eingeleitete Investorenprozess auch im Rahmen des Insolvenzverfahrens erfolglos geblieben war.

Parallel zum Investorengesuch wurde im November das Team der Grantiro-Initiative aus Wien engagiert, um gemeinsam mit Tetenal-Mitarbeitern sowie externen Experten neue Zukunftsperspektiven für  das Traditionsunternehmen zu entwickeln. Im Zuge dieses Prozesses  gründeten vier Mitarbeiter aus der zweiten Führungsebene die „New Tetenal“-Initiative, um Vermögensgegenstände ihres alten Arbeitgebers selbst zu erwerben und auf Grundlage der bekannten Tetenal-Produkte mit frischen Ideen und neuen Geschäftsmodellen ihr eigenes Start-Up aufzusetzen.

„Dieses ist mein erster Fall, in dem es nach beschlossener und offiziell verkündeter Betriebseinstellung doch noch im Nachhinein zu einem Turnaround gekommen ist“, kommentierte Undritz. „Die Idee eines MBO rund um engagierte Tetenalisten aus Deutschland, England, Frankreich und Polen nahm Fahrt auf, nachdem andere Interessenten letztlich das Risiko des Geschäftsfeldes Fotochemie nicht eingehen wollten. Zahlreiche Vertragspartner des Startups haben den Neustart nachhaltig unterstützt, was man nur als gutes Omen werten kann.“

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